Was ist eigentlich Boßeln?

Eine Sportart die immer wieder vor allem in Norddeutschland neu auflebt und neue Anhänger findet, ist das Boßeln oder Klootschießen. Wobei an dieser Stelle gesagt werden sollte, dass das Klootschießen eigentlich eine andere Sportart ist, die nur geringe Überschneidungen mit dem klassischen Boßeln aufweist – aber dies nur am Rande.

Boßeln ist aber auch in Italien, Spanien, der Schweiz, den Niederlanden und in Irland ein beliebter Sport, wenn auch unter anderen Namen.

So funktioniert Boßeln

Nennt man den italienischen Namen für Boßeln, werden viele Mittel- und Süddeutsche Leser schon eher wissen, worum es sich handelt. Der Sport wird dort nämlich als „Bocciaforte“ bezeichnet. Dabei ist das klassische Boccia oder Boule, bei dem man seine Metallkugel möglichst nah an die Holzkugel bringen muss, nur eine von mehreren Spielarten dieses Mannschafts- und Einzelspieler-Sports.

Beim klassischen Straßenboßeln, dem Mannschaftsport der wohl schon seit dem 17. Jahrhundert in dieser oder ähnlicher Form gespielt wird, treten zwei Mannschaften mit je vier Werfern gegeneinander an. Der erste Werfer der ersten Mannschaft wirft die Kugel, auch „Holz“ genannt, so weit er kann. Der erste Werfer der zweiten Mannschaft versucht nun, die Distanz zu übertreffen. Gelingt es ihm nicht, bekommt die erste Mannschaft einen Punkt.

Den Anfang macht danach immer die Mannschaft, die gerade zurückliegt. So können Taktiken entwickelt werden, indem man zum Beispiel den stärksten Werfer des eigenen Teams gegen den schwächsten Werfer des gegnerischen Teams antreten lässt.

Es gibt auch das Weideboßeln, das es seit mehren hundert Jahren gibt und früher auf Weiden gespielt wurde. Heute gibt es vor allem in Norddeutschland eigens dafür gebaute Boßelplätze. Bei dieser Spielart – die übrigens kein Mannschaftsport ist – muss der Werfer die Kugel so weit wie möglich auf die „Weide“, also das vorgegebene Spielfeld, werfen. Der nächste muss die vorgegebene Distanz übertreffen, der darauffolgende wieder, und so weiter.